„Syrien hat heute der Welt gezeigt, wie man unter Beschuss träumen, singen und tanzen kann.“

Das Internet – der Auslöser des „arabischen Frühlings“?

Die Preisverleihung des Roland Berger Preises für Menschenwürde 2011. Ein riesiger Saal. Stille. Alle Gäste blicken auf die Leinwand. Eine Leinwand? Richtig, denn der Preisträger Mazen Darwish, ein syrischer Journalist, der für Meinungs- und Pressefreiheit kämpft, darf bei der Preisverleihung in Berlin nicht anwesend sein. Das syrische Regime hat ihm die Reisefreiheit genommen.

Doch trotzdem spricht er zu den Gästen – per Skype. Das Publikum blickt auf sein riesiges, verpixeltes und verzerrtes Gesicht. Es lauscht seinen Worten, die mit einigen Sekunden Verzögerung aus den Lautsprechern dröhnen. Sehr schwer zu verstehen ist er. Die Dolmetscherin muss ihr bestes geben. Mazen Darwish spricht seinen Dank für den Preis aus. Er berichtet live aus Syrien – per Skype. Nur durch Skype kann er kommunizieren. Er hat versucht, ein Video zu schicken, aber es wurde abgefangen. Auch seiner Mutter (auf dem Foto links), die für ihn den Preis entgegen nimmt, konnte er keine digitale Nachricht mitgeben. Zu groß wäre die Gefahr am Zoll gewesen. Aber durch Skype spricht er, spricht von der arabischen Revolution, spricht von den Aufständen, die zeitgleich vor seiner Wohnungstür ablaufen. Durch Skype wird es möglich. War es aber auch Skype, das den „arabischen Frühling“ ermöglicht hat? Waren es die sozialen Netzwerke facebook und twitter? War es das Internet? Weiterlesen

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