„Es geht um die Kinder!“

150 Kinder und Jugendliche machen sich auf den Weg zu einer Konferenz.
Weil Konferenzen einfach wichtig sind.

Eigentlich sollte es eine Probenpause werden, kein Abschied. Aber dann, ein unbedachter Moment, ein kurzer Ausrutscher und plötzlich ist alles anders. Das war’s mit der „Konferenz der Tiere“ für „Elefant“ Umeer. Diagnose: Knöchelbruch. Dabei wollte er doch nur mal kurz zwischendurch kicken.

Aber Umeer ist nicht der einzige Unglückliche. Krankenhausbesuche sind keine Seltenheit während der Probenphase zur „Konferenz“. Allein eine Woche vor der Premiere müssen drei Stipendiaten ins Krankenhaus gebracht werden. Zum Glück kommt es zu keinen weiteren Ausfällen, aber das Fußballspielen – das wird vorsichtshalber erst einmal bis nach der Premiere verboten.

Und das alles wegen einer Konferenz?

Szenenwechsel: Einige Wochen vor der Premiere, ebenfalls in Dresden.
Die letzten Schüler des Carl-Maria-von-Weber-Gymnasiums sind längst nach Hause gegangen und schon im Wochenende, da strömt plötzlich eine neue Schülerschar durch die Hintertüren des Sächsischen Landesmusikgymnasiums für Musik in Dresden. Sie sehen erschöpft aus, die 150 FairTalent-Stipendiaten der Roland Berger Stiftung, besonders die Thüringer und die Hessen. Viele Stunden haben sie in den Bussen verbracht, um sich schließlich zum nächsten Probenwochenende in Dresden zusammenzufinden.

Und das alles wegen der Konferenz.

Das Lernen fällt den FairTalent-Stipendiaten nicht schwer. Und trotzdem – jeden Monat ein Wochenende opfern für die „Konferenz“-Proben? Das ist schon ganz schön viel verlangt! „Es ist schon anstrengend, nach einer stressigen Woche auch am Wochenende noch zu proben, aber die Freude über den Fortschritt der Proben und über das Wiedersehen mit den Freunden aus der Stiftung lässt alle Anstrengung ganz schnell vergessen“, sagt eine Stipendiatin zwar müde, aber zuversichtlich.

Der Weg zur Konferenz. Ein Seitenblick zu den Proben in Thüringen und Hessen.
The early bird catches the worm: Bei der Ferienakademie in Thüringen erscheinen alle Stipendiaten pünktlich frühmorgens zum Warm-Up – naja, fast alle. Eine laute Stimme ertönt und es wird augenblicklich so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte, ehe Musik im Raum erschallt.

In Hessen geht es weiter mit „Schritt und Schritt und Drehung“ bei der Probe für den Afrikasong. Immer mehr lassen sich die ersten Erfolge sehen. „So langsam ist es schon bühnenreif“ meint ein Stipendiat, dessen Optimismus noch nicht der großen Probenmüdigkeit zum Opfer gefallen ist. Ein paar Stunden nach der Tanzprobe macht sich die Duftnote des Schweißes bemerkbar. Aber keineswegs auf eine unangenehme Weise. Der Schweiß steht für die unermüdliche Arbeit und die enorme Kraft, die jeder in dieses Projekt investiert.

In Thüringen sind inzwischen alle Stipendiaten aus dem Probensaal der EJBW Weimar verschwunden. Die Tür geht langsam auf und der 8-jährige James alias Ulumwaba tritt ein. Ist es denn überhaupt möglich, dass dieser kleine Mensch schon verstehen kann, wie wichtig auch die kleinste Rolle für das gesamte Stück ist? Oft schütteln die Älteren nur die Köpfe über die Kleinsten. Denn während die Mitarbeiter der Semperoper wichtige Anweisungen geben, tollen sie herum und spielen. Konzentration wird nicht bei allen groß geschrieben, aber das gilt nicht nur für die Kleinen…

Dazu kommt noch, dass vielen noch nicht so ganz klar ist, wie sich die eben geprobte Szene in das große Ganze der „Konferenz“ fügt, denn Durchlaufproben sind zu diesem Zeitpunkt selten, probt doch jedes Bundesland erst mal für sich. Die Kunst steckt im Detail.

„Es ist wirklich sehr verwirrend“, stöhnt ein Stipendiat leicht verzweifelt. „Wir hatten bisher nur regionale Proben in unserem eigenen  Bundesland und kennen das gesamte Stück noch nicht richtig. Erst später werden wir zusammenfügen, was zusammen gehört, heißt es. Jetzt sind wir noch nicht so weit.“

Unter diesen Voraussetzungen starten die ersten gemeinsamen Proben bei der Ferienakademie in Sachsen. Das kann ja heiter werden! Die Stipendiaten sollen einen Überblick bekommen, wann welche Szene im Stück vorkommt und was davor schon alles geschehen ist, heißt es. Das Team von der Semperoper ordnet an, dass jeder Stipendiat sich einmal die Szenen der anderen Bundesländer ansehen sollte, um die Zusammenhänge für sich zu erschließen. Wenn das nur so einfach wäre!

Und dann, endlich – die erste Begegnung mit der Semperoper Dresden. Was für ein Gefühl, als wir dieses große Haus betreten. Doch neben allem Staunen und aller Bewunderung machen sich plötzlich auch Zweifel breit: „Hier sollen wir auftreten? Hier, in diesem geschichtsträchtigen Gebäude, wo sonst nur Profis auf der Bühne stehen? Wie viele Personen fasst die Oper, 1.400? Die werden uns alle zusehen?“ Nervöses Tuscheln geht durch die Reihen der Stipendiaten.

Es heißt, „die Stiftung habe eine Kooperation zur Semperoper gesucht – und gefunden“. Warum? „Vermutlich, weil wir hier sicher gehen können, auf ein Team zu stoßen, das mit uns wirklich professionell arbeitet“, versuchte ein Stipendiat die Frage zu beantworten. Wieso aber nun eigentlich „Die Konferenz der Tiere?“ In dem Roman von Erich Kästner geht es ja bekanntlich darum, dass die Tiere beschließen, es sei allerhöchste Zeit, eine eigene Konferenz zu halten. Die Bemühungen der Erwachsenen, ihre Probleme wie Krieg und Armut in den Griff zu bekommen, sind bisher nur gescheitert. Die Tiere fürchten um ihr eigenes Wohl und vor allem auch um das der Kinder. „Denn sie sind die Hoffnung von morgen!“, brüllt der Löwe einmal im Stück. Diese Aussage soll nicht nur an die Zuschauer gerichtet sein, sondern gibt vielmehr auch den Stipendiaten zu verstehen, dass sie einmal die Erwachsenen sein werden, die Entscheidungen treffen. 150 kleine Hoffnungsträger, die sich sich ihrer Verantwortung immer bewusster werden. Deshalb also „Die Konferenz der Tiere“.

Und dann wäre da noch der ganz einfache Grund, „dass möglichst viele Stipendiaten die Chance bekommen sollen, teilzunehmen“, wie der Librettist Manfred Weiß erklärt. Es sind 150 Kinder und die wollen natürlich auch beschäftigt werden.“

Doch wie macht man ein Stück wie dieses für Kinder derart ansprechend?
Mit dieser Frage hat sich vor allem Johannes Wulff-Woesten beschäftigt, der die Musik zur „Konferenz der Tiere“ komponierte. Es sollte eine Mixtur aus Slapstick, Filmmusik und einem Hauch von Oper werden, um die Kinder dazu anzuregen, sich mit Freude zu präsentieren und sich auch in den Melodien wiederzufinden.

„Die Konferenz der Tiere“ ist ein zeitloses Stück, das eine wichtige politische Botschaft in sich trägt: Gebt den Kindern eine Stimme! Versucht nicht, sie nach Euren eigenen Vorstellungen zu formen, sie zur Vernunft zu bringen und sie zu einem Abbild Eurer selbst zu machen. So wird sich die Welt nie ändern!

Und wie sie zum Nachdenken anregt, diese Konferenz! Am Ende eines Jahres harter Arbeit und intensiver Proben haben die Stipendiaten die Botschaft des Stücks verinnerlicht und brennen dafür, sie zu vermitteln. Auch die Dynamik der Gruppe hat sich sehr verändert: „Wir sind so viel mehr zusammengewachsen, es ist unglaublich!“, sagt zum Beispiel eine Stipendiatin, als man sie zur Stimmung hinter den Kulissen befragt. Und ja, wirklich, die Stipendiaten fühlen sich tatsächlich wie „Stiftungs-Familie“, wo es auf jeden einzelnen ankommt. Man hilft einander, die Kostüme anzuziehen, und auch dabei, den Druck gemeinsam zu ertragen, der ohne Zweifel auf jedem einzelnen lastet.

Vielleicht ist genau dieser Zusammenhalt der Faktor, der das Theaterstück so einzigartig macht. 150 Kinder und Jugendliche fiebern der Premiere entgegen und können es nicht erwarten, in ihren eigens für sie angefertigten Kostümen die eigens für sie geschriebene Rolle auf die Bühne bringen. Wilde Löwen bekommen zittrige Beine, Gazellen vergessen ihre Texte und vor allem die Grönland-Touristen, die als erste auf der Bühne zu erscheinen haben, sind nicht mehr ansprechbar. Die Ansprache von Roland Berger, bevor der Vorhang sich hebt, scheint ewig lang zu sein. Adele, eine Grönland-Touristin, die die ganze Zeit schon auf der Bühne stehen muss, wirkt angespannt. Die Freude, die erst kurz vorher noch sprudelte, scheint verflogen. Dann erklingt die Ouvertüre, dirigiert von Johannes Wulff-Woesten, dem Komponisten. Energisch führt er den Taktstock und treibt das Orchester des Sächsischen Landesmusikgymnasiums Karl Maria von Weber in Dresden zu Höchstleistungen an. Dann endlich die Erlösung: Es geht los. Alle Anspannung scheint vergessen und man ist vollkommen in seiner Rolle. Die Stipendiaten, die gerade nicht auf der Bühne stehen, sammeln sich in den Garderoben und verfolgen das Stück über den Bildschirm. Immer wieder sind „Einrufe“ von Tiergruppen zu hören. Es herrscht Hektik. Da läuft eine Kojotin über den Flur, um genügend Zeit zu haben, ihr nächstes Kostüm – das der Aviaqu – anzuziehen.

Die über ein Jahr geprobten Abläufe müssen jetzt perfekt funktionieren. Eine Stipendiatin versichert uns, dass alle nervös sind, etwas könnte schief laufen. Vor allem nachdem am Vortag bei der Generalprobe eben nichts großartig danebengegangen war – am Theater üblicherweise ein ganz schlechtes Omen für die Premiere. Aber zum Glück hat es wohl gereicht, dass Mareike, die „Mutter“, bei der Generalprobe am Ende ihres Solos gestolpert ist.

Dann Schnitt. Alles wird dunkel. Es ist vorbei. War das alles nur ein Traum? Ein wunderschöner, langer Traum mit Höhen und Tiefen, der jetzt zu Ende geht? Nein, das Licht geht an. Die Zuschauer springen von ihren Sitzen auf und jubeln laut. Standing Ovations! Es ist geschafft.

Das Publikum und die Kritiker sind begeistert: „Wir sind sprachlos. Was die Stipendiaten da heute geleistet haben, ist unglaublich! Wir freuen uns sehr, dabei gewesen sein zu dürfen“, sagt ein Mentor aus Thüringen. „Ein gelungenes Projekt für junge Menschen und eigentlich zu schade, um es nach zwei Aufführungen zu den Akten zu legen“, heißt es in der Sächsischen Zeitung.

Allen Stipendiaten steht die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Es hat geklappt! Kein Fehler! Unsere Aussage ist angekommen: ‚Es geht um die Kinder!’“

Vorbei ist die Konferenz. Es darf wieder Fußball gespielt werden!

von Raphael Fischer, Farnaz Nasimiarini, Noelle Roensch, Luisa Urban, Marcus Scholz, Eren Yildiz

Die Kür – 2. Aufführung der „Konferenz der Tiere“

Montag, 9. Juli 2012 – Der Vorhang fällt

Bis zum Beginn der zweiten Aufführung der „Konferenz der Tiere“ sind es nur noch wenige Minuten. Die Stimmung ist gut nach der großartig gelungenen Premiere am Sonntag. Und doch merkt man, dass sich eine gewisse Wehmut breit macht. Denn wenn sich der Vorhang heute gegen 13.00 Uhr schließt, bedeutet es Abschied nehmen vom Löwen Leopold, der Giraffe Gaby, dem Eisbären Paul und all den anderen bunten Tieren und Menschen, die die FairTalent-Stipendiaten nun ein Jahr lang begleitet haben.

Die Stimmung hinter der Bühne ist entspannt wie am Sonntag. Während der Aufführung tanzen und singen die Mitarbeiter mit den Stipendiaten. Ein Kamerateam filmt das Geschehen hinter den Kulissen. Gleichzeitig werden die Requisiten auf ihre Plätze geschoben. Die eingeladenen Gäste sind Eltern, Mentoren und Mitstipendiaten aus anderen Bundesländern.

Es ist sehr erstaunlich, mit welcher Ruhe die Aufführung abläuft, sowohl auf wie auch hinter der Bühne. Die Zuschauer sind begeistert!

Nach der letzten Aufführung ist die Stimmung bedrückt, vielen Stipendiaten kommen die Tränen, weil ihnen bewusst wird, dass es die letzte Aufführung war und weil die Abiturienten nun bald aus dem Stipendium ausscheiden. Sie werden der Stiftung zwar als Alumni verbunden bleiben, manche von ihnen wollen auch Betreuer oder Mentor werden. Aber die Zeit als Schülerstipendiat der Roland Berger Stiftung ist vorbei.

Ein tränenreicher Abschied, der niemanden unberührt lässt. Das nächste FairTalent-Bühnenprojekt kommt bestimmt. Jetzt steht aber erst mal Entspannung an – die Ferien stehen vor der Tür, zumindest ein kleiner Lichtblick!

Jedenfalls wird „Die Konferenz der Tiere“ den FairTalent-Stipendiaten ewig in Erinnerung bleiben. Sie alle können sehr stolz sein auf das, was sie da geleistet haben.

Der große Tag der Premiere

Sonntag, 8. Juli 2012 – Premiere

Heute ist der lang erwartete Tag, Tag der Premiere. Die Darsteller sind schon beim Frühstück aufgeregt und haben die Nacht davor von der Premiere geträumt.

Die Semperoper ist längst ausverkauft, rund 1400 Zuschauer werden erwartet. Die Eltern, Mentoren und Freunde der Stipendiaten sind eingeladen und sind sehr gespannt auf die Premiere der „Konferenz der Tiere“. Unter den prominenten Gästen sind auch die sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth, der Dresdner Sozialbürgermeister Martin Seidel, Michael Münch von der Deutschen Bank und natürlich der Stifter Roland Berger.

„Ich habe bei den Proben nicht zugesehen, aber ich habe mir die Musikstücke angehört und das Libretto durchgelesen. Ich freue mich sehr auf die Premiere und lasse mich von den Stipendiaten positiv überraschen“, so Roland Berger in einem Interview vor der Premiere.

Der Saal wird immer voller und die Zuseher nehmen ihre Plätze ein. Alles wartet mit Spannung darauf, dass sich der Vorhang zur Premiere öffnet. Überall blitzt es, schon die Räumlichkeiten der Semperoper begeistern das Publikum.

Dann geht es endlich los. Der Dirigent erhebt seinen Taktstock und gibt den Einsatz zur Ouvertüre. Und jetzt geht auch der Vorhang auf. Keine Spur von Lampenfieber bei den Darstellern auf der Bühne. Alles läuft bestens, kein einziger Hänger passiert, nach zwei Stunden können die Stipendiaten entspannt aufatmen: Es ist geschafft! Ein Jahr harter Arbeit hat sich bezahlt gemacht, das Publikum tobt. Einige der Zuseher haben sogar Tränen in den Augen, so rührend war das Stück. Alle sind begeistert.

„Die Stimmung hinter der Bühne war sehr angespannt und alle haben mitgefiebert, dass alles klappt“ sagt ein Stipendiat später auf der Premierenfeier. Umso größer ist die Erleichterung hinterher, dass die Premiere ein solcher Erfolg wurde.  Zugleich macht sich aber auch Traurigkeit breit unter den Stipendiaten, denn morgen heißt es Abschied nehmen von der „Konferenz“. Und das ist nach einem Jahr harter Arbeit gar nicht so einfach, haben sich doch alle ganz stark mit ihren Rollen identifiziert. „Der ‚Löwe Leopold’ ist inzwischen so etwas wie meine zweite Persönlichkeit geworden“, sagt Lars aus Sachsen über seine Rolle. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sein wird, ihn nicht mehr spielen zu können.“

Alle Zuseher – darunter auch einige Journalisten – sind sich einig: Die Premiere war ein voller Erfolg!

Auch inhaltlich hätte sich kein passenderes Thema für die FairTalent-Stipendiaten finden können.  „Es geht um die Kinder“ ist die zentrale Aussage aus dem Stück – und genau darum geht es auch der Roland Berger Stiftung in ihrem Schülerstipendium.

Die Eltern und Mentoren sind sehr glücklich darüber, dass alle 150 FairTalent-Stipendiaten mitgewirkt haben – ob vor, auf oder hinter der Bühne. Und jeder einzelne von ihnen hat seine Sache großartig gemacht.

Der Tag davor – Ausflug in Dresden

Samstag, 7. Juli 2012 – Der Tag vor der Premiere

Nach der gestrigen Generalprobe können die Stipendiaten sich heute etwas erholen und entspannen, damit sie morgen eine großartige Premiere abliefern – und das werden sie! Die Stipendiaten haben die Gelegenheit, auszuschlafen und es wird nicht mehr so viel geprobt, um sie nicht zu überfordern.

Nach dem Mittagessen ist ein Ausflug geplant. Die Roland Berger Stiftung hat extra eine ganze Straßenbahn gemietet, mit der die Stipendiaten durch Dresden gefahren werden. Ziel des Ausfluges: Das Schloss Pillnitz. Auch wenn es unterwegs in Strömen gießt – die Stimmung ist gut und alle freuen sich auf den Tag X. Morgen ist es soweit: Nach einem Jahr harter Arbeit wird sich endlich der samtene Vorhang der Semperoper zur heiß ersehnten Premiere der „Konferenz der Tiere“ öffnen.

Interview mit den Beteiligten

Wie ist Eure Erwartung nach der gestrigen Generalprobe an die Premiere?

Stipendiat: „Ich hoffe, dass wir alles ohne Fehler machen, nicht stolpern und den Text nicht vergessen. Wir haben so viel geprobt und wissen, was wir können! Es kann nichts schiefgehen.“

Projektleiter: „ Nach der Generalprobe sind wir sehr begeistert, was die Stipendiaten meistern. Sogar einige wenige Fehler, die gemacht wurden sind, sind so professionell von den Stipendiaten korrigiert worden, dass man es bei der Generalprobe nicht gemerkt hat. Ich bin mir sicher, dass sie die Premiere ganz toll meistern werden.“

Morgen ist ein wichtiger Tag. Ist denn die Aufregung nach der Generalprobe gestiegen?

Stipendiat: „Ich bin gar nicht aufgeregt. Gestern habe ich die Zuschauer von der Bühne aus nicht gesehen und ich habe mich sehr gut gefühlt und immer, wenn ich von der Bühne gehen musste, wollte ich wieder raus. Es hat so viel Spaß gemacht. Ich freue mich auf die Premiere.“

Künstlerische Leitung: „ Wir sind nicht aufgeregt, wir freuen uns sehr. Bei der Generalprobe haben wir gesehen, dass die Stipendiaten es können und sich sehr freuen. Heute sind wir in den Proben den Applaus durchgegangen und man hat den Kindern und Jugendlichen angesehen, wie stolz sie auch auf sich selbst und auf einander sind. Natürlich sind manche aufgeregt und manche nicht, aber alle freuen sich.“

Nur noch einmal schlafen, dann heißt es: Vorhang auf für die FairTalent-Stipendiaten!

„Wir werden die Semperoper rocken!“

Freitag, 6. Juli 2012 – Der Tag der Generalprobe

Die FairTalent-Stipendiaten brechen früh auf, denn alles muss rechtzeitig für die Generalprobe in der Semperoper um 10:30 vorbereitet sein. Die Maske wird aufgetragen, die Chöre singen sich ein und die Feinheiten werden auf Funktionalität geprüft. Die Generalprobe der  „Konferenz der Tiere“ wird in voller Ausstattung aufgeführt. Für die Stipendiaten ist dies wie eine kleine Premiere. Die Stimmung ist gut, von Aufregung keine Spur. „Ich bin noch gar nicht aufgeregt und ich freue mich auf die Aufführung“, sagt eine Stipendiatin.

Viele sind müde und erschöpft von den anstrengenden Proben der letzten Tage, aber die Generalprobe meistern sie super. Zu der Generalprobe sind rund 800 Zuschauer eingeladen. Unter ihnen Michael Münch, Vertreter der Deutschen Bank, einige Journalisten, Schüler des Musikgymnasiums Carl Maria von Weber und acht Grundschulen. Außerdem wird das Geschehen von einigen Kamera- und Fototeams begleitet.

Nach der Generalprobe folgt die Pressekonferenz zu dem Projekt im Oberen Rundfoyer. Vor Ort sind der Stifter Prof. Dr. h. c. Roland Berger, Herr Münch, Vertreter der Semperoper, die Macher des Stücks und einige Journalisten.

Das erste Wort bekommt der Stifter Herr Prof. Dr. h.c. Roland Berger. Er stellt die Aufgaben der Stiftung vor und nennt die Fördermöglichkeiten. „ Die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung durch FairTalent. Sie wird durch dieses künstlerische Projekt stark vorangetrieben“ sagt Roland Berger. FairTalent wird von der Deutschen Bank ermöglicht. Einige Mitarbeiter der Deutschen Bank engagieren sich für Fair Talent, indem sie die Mentorenfunktion für einige Stipendiaten übernehmen oder z.B. Seminare zur finanziellen Allgemeinbildung organisieren.

Schon vor zwei Jahren kam die Idee auf, mit den FairTalent-Stipendiaten ein Stück von Erich Kästner aufzuführen. Manfred Weiß und Johannes Wulff-Woesten, die „Macher“ der tierischen Revue, mussten sich die Rechte bei den Erich Kästner Erben holen, dies gelang ihnen beim ersten Anlauf nicht. Der Wunsch nach einem Stück von Erich Kästner blieb jedoch, so wagten sie einen zweiten Anlauf, bei dem sie einen Entwurf des ersten Akts von der „Konferenz der Tiere“ lieferten und konnten sich schließlich die Rechte für eine Premiere und eine zweite Aufführung sichern. Der Text zu der tierischen Revue wurde zeitgemäß von Manfred Weiß verfasst. Johannes Wulff-Woesten komponierte die Musik dazu.

Mit Spannung erwartet man in Dresden die Premiere am Sonntag. Die Stipendiaten sind sich sicher, dass ihr Auftritt ein großer Erfolg wird:  „Wir werden die Semperoper rocken!“

Herr Prof. Dr. h.c. Roland Berger (siehe rechts) empfängt die Stipendiaten

Ferienakademie in Dresden – Die Zusammenführung

Im Zeitraum vom 27.4.- 1.5 2012 stand eine weitere Ferienakademie für die FairTalent-Stipendiaten der Roland Berger Stiftung auf dem Programm. Sie stand wieder ganz im Zeichen der „Konferenz der Tiere“. Es wurde intentensiv geprobt und zum ersten Mal wurde das Werk in seiner ganzen Länge durchgespielt.

Begonnen hat diese Ferienakademie diesmal ganz anders als erwartet. Als die Stipendiaten am Freitag anreisten, wurden sie zunächst direkt in das Sächsische Landesgymnasium für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden gefahren. Hier sollten sie zum ersten Mal auf das Orchester treffen, das sie bei der Produktion im Orchestergraben begleiten würde. Die Spannung war den Stipendiaten anzusehen, als der Dirigent das Orchester klingen ließ. Schon nach einigen Takten waren alle ganz begeistert. Dies wirkte sich positiv auf die nächsten Probentage aus, da die Motivation extrem gesteigert wurde.

Image

Am Samstag begannen die eigentlichen Proben. Zunächst wurden einzelne Szenen nochmal wiederholt, um sie wieder in das Gedächtnis zu rufen, zu vertiefen und natürlich auch um diese zu verbessern. Nebenbei konnte man aber auch das Angebot nutzen, seinen Gesang zu verbessern. Wer aber das schöne Wetter lieber zu anderen Zwecken nutzen wollte, der hatte ausreichend Platz auf dem Hof vor dem Probenhaus oder auf anliegenden Wiesen. Dort konnte man sich mal richtig austoben, indem man z.B. Fußball oder Basketball spielte. Durch das durchgehend hervorragende Wetter war es aber auch möglich, sich zu sonnen, oder einfach zu relaxen.

Image

Am Sonntag wurde nun endlich zusammengeführt, was zusammengehört. „Die Konferenz der Tiere“ war nun für die Stipendiaten keine einzelnen Szenen mehr, sondern hatte einen tiefgründigen Sinn. Dabei fiel es leichter, seine Rolle nicht mehr nur zu spielen, sondern auch in diese Rolle hineinzuschlüpfen. Natürlich konnte noch nicht alles funktionieren. Vor allem bei einigen Übergängen, welche bisher noch nicht so sehr intensiv geübt worden sind, gab es leichte Probleme. Sobald die Stipendiaten jedoch in ihrer Szene waren, lief fast alles wie geschmiert.

Nicht nur die Stipendiaten, sondern auch die Choreografen bekamen am Sonntag ein allumfassendes Bild. Der Montag wurde nun zu kleinen Korrekturen benutzt. Jedoch gab es weiterhin kleine Veränderungen am Stück. So sollten die einen noch gefährlicher werden, die anderen „militärischer“, und wieder andere bekamen noch wichtige Informationen, wann sie wo genau stehen müssen. Das Event am Montag wurde jedoch der abendliche Besuch in einem Bürgertheater Dresdens. Dort wurde der Sommernachtstraum von William Shakespeare aufgeführt. Das besondere an diesem Stück war, dass die Schauspieler ähnlich alt waren wie wir und ebenfalls keine Theaterausbildung hinter sich hatten. Dies machte den Stipendiaten viel Hoffnung. Die Begeisterung des Publikums am Ende der Vorstellung war grandios.

Mit viel Elan ging es nun an den letzten Tag, wo das Stück ein zweites Mal vollständig durchgespielt werden sollte. Der Unterschied war jedoch, dass diesmal nur der Vormittag blieb, da nach dem Mittag alle wieder abreisten. Es war also viel Konzentration erforderlich, da keine größeren Unterbrechungen mehr stattfinden konnten. Aber auch dies meisterten die Stipendiaten und so schafften sie es fast in Originalzeit, das Stück einmal durchzuspielen.

Alles in allem war es eine sehr schöne Zeit in Dresden, mit Spaß (was nicht zuletzt durch Tom Quaas, dem „Erich“ aus der „Konferenz der Tiere“ kam), guter Laune, Sonnenschein aber auch sehr erfolgreichen Probentagen. Die Stipendiaten freuen sich nach diesen Tagen bereits auf die in „Freitag in vier Wochen“ nächste stattfindende Probe.

Image

Probenwochenende der sächsischen FairTalent-Stipendiaten

Seit Juli 2011 laufen die Proben der FairTalent-Stipendiaten für das Musiktheater „Die Konferenz der Tiere“. Damit das Stück zur Premiere in der Semperoper am 8. Juli 2012 ein voller Erfolg wird, finden in den drei Bundesländern Hessen, Sachsen und Thüringen jeweils an einem Wochenende pro Monat Proben statt.

Und von 13. – 15. Januar war es in Sachsen wieder so weit. Unter Mithilfe von Regisseurin Therese Schmidt, Komponist Johannes Wulff-Woesten und Choreografen wurde am sächsischen Landesgymnasium für Musik (CMW) in Dresden zwei Tage lang geprobt, getanzt und gesungen. Erstmalig war auch der Darsteller des Erzählers Erich, Tom Quaas, mit von der Partie und begeisterte sofort alle Stipendiaten.

Er ist ein echt guter Schauspieler und total sympathisch!“

Nach einer körperlichen und stimmlichen Aufwärmrunde ging es am Samstag Morgen gleich in die Probe für die „Konferenz-Hymne“. Eine Stunde lang probten die sächsischen Tiere das Anfangslied des zweiten Teils der „Konferenz der Tiere“.

Gleich mäht’s und blökt’s, gleich muht’s und ziept’s!“

Danach verwandelten sich einige der Kojoten, Affen, Frösche usw. in seriöse menschliche Konferenzteilnehmer, denn sofort ging es weiter mit der szenischen Probe des „Konferenz-Songs“.

Dies war auch die erste Probe gemeinsam mit Tom Quaas. Mit Teetasse und Mikro in der Hand ratterte er als rasender Reporter Erich die Aktenzeichen und Bilanzen so schnell herunter, dass man kaum noch hinterherkam.

Zusätzlich fanden über den ganzen Tag verteilt Einzel- und Dialogproben mit den Hauptrollen wie zum Beispiel dem Löwen Leopold oder dem Eisbären Paul statt.

Außerdem konnten die Stipendiaten ihre Pausen im Aufenthaltsraum und der Cafeteria verbringen oder bei den laufenden Proben zuschauen.

Aber ist es für einen Stipendiaten nicht anstrengend, sich neben dem Schulstress auch noch auf die Proben für das Musical zu konzentrieren?

Es ist schon anstrengend, nach einer stressigen Woche auch am Wochenende noch zu proben, aber die Fortschritte des Musicals und die Freunde in der Stiftung zu sehen, ist es wert!“

Es kommt darauf an, wie viel in der Schule zu tun ist. Momentan ist es noch ganz in Ordnung, aber vor allem in der Klausurenphase ist es wirklich belastend, ganze Wochenenden einbüßen zu müssen. Aber wir tun das gerne, weil es Spaß macht.“

Auch am Sonntag fingen die Proben in aller Frische mit der „Konferenz-Hymne“ an. Als die verschiedenen Lieder nacheinander gesungen wurden, begann der Anfang des zweiten Teils langsam Gestalt anzunehmen. Vorher hatte alles etwas verwirrend und durcheinander gewirkt.

Gleich nach dem Anfangssong wurde das Finale des Musicals geprobt, welches von allen Stipendiaten gesungen wird und den Zuschauern eine wichtige Botschaft mit auf den Weg geben soll.

Zur Freude aller wurde noch der „Eisbär-Rocksong“ gespielt, der allen immer viel Spaß macht und eigentlich die ganze Thematik des Musicals zusammenfasst.

Nach dem Mittagessen ging es für die Sachsen nach einem anstrengenden, aber auch produktiven Wochenende auch schon wieder nach Hause.

Und wie schätzen die Stipendiaten nun die Fortschritte ihres Projekts und der Proben ein?

Ich fand es toll, so zu sehen, wie alles, was man geprobt hat, zu einem Stück zusammenfließt, was dann alle singen bzw. tanzen.“

Ich fand es schön, alle wiederzusehen! Es war richtig klasse, weil man gemerkt hat, wie viele Fortschritte wir gemacht haben und dass wir auf einem guten Weg sind. Ich denke, wir werden das richtig klasse dann machen!“