Worüber redest du mit Roland Berger? – „Smalltalk halt.“

Interview mit Elsa-Henriette HarmsSamstag. Vormittag. Strahlend blauer Himmel. Ein weißer Tower in der City von  Frankfurt Main. Im 21. Stockwerk der Roland Berger Strategy Consultants GmbH, treffen sich Elsa und das Redaktionsteam um Julius. Die Lobby ist hell durch die Sonne beleuchtet und Stipendiatin Elsa setzt sich entspannt auf den Boden. Es ist  keine Spur von Nervosität und Anspannung zu vernehmen. Na toll, dann kanns ja losgehen. Man redet über nicht weniger als: Den Sinn, die Zukunft und darüber, ob die Berühmtheit des Stiftungsgründers auf die Stipendiaten abfärbt.


Du bist Stipendiatin der Roland Berger Stiftung, doch hast du Roland Berger je kennengelernt?

Nicht wirklich kennengelernt. Er ist aber bei einigen Veranstaltungen dabei und dann reden wir auch mit ihm.

Worüber denn?
Smalltalk halt.

Warum meinst du, hat der Unternehmensberater die Stiftung ins Leben gerufen?

Ich denke, er möchte Kinder und Jugendliche mit Potenzial fördern, denen es aus finanziellen oder persönlichen Gründen an Unterstützung fehlt. Sie sollen auch die Chance bekommen,  ihr Talent zu zeigen und etwas aus sich zu machen.

Viele reiche Leute wollen, dass ihr Name noch lange Zeit weiterlebt.  Roland Berger vielleicht auch?
Ja, könnte sein, aber er hat ja auch etwas geschaffen und vielen Menschen geholfen. Wieso sollte sein Name also nicht lange weiterleben? Es ist doch von jedem das Ziel, etwas geschaffen zu haben, das in Erinnerung bleibt.

Inwiefern wird dir denn speziell geholfen?
Mir werden  viele verschieden Türen geöffnet und ich nehme an Veranstaltungen und Seminaren teil,  zu denen ich sonst nie Zugang  gehabt hätte. Dadurch bekomme ich die Möglichkeit, andere Dinge kennenzulernen.

Bringt dir das denn wirklich etwas?
Natürlich, ich sehe viel mehr von der Welt als andere und ich entwickel  völlig neue Interessen.

Beispiel?
Unter anderem am menschlichen Nervensystem.

Du hast jetzt die „anderen“ erwähnt. Meinst du nicht, dass es „andere“, in  Armut lebende, Jugendliche  gibt, die diese Förderung viel nötiger haben?
Schon, aber es geht ja jetzt nicht darum, Armut zu bekämpfen, sondern zielstrebige Kinder auf ihrem Lebensweg zu begleiten, die Potential haben, denen es aber an Möglichkeiten fehlt. Man kann leider nicht jedem Menschen auf der Welt helfen…auch wenn er es nötig hätte.

Häufig werden Stipendien ja an Schülerinnen und Schüler mit hervorragenden Leistungen vergeben. Sollten nicht grade Jugendliche mit schlechten Schulnoten gefördert werden?
Meiner Meinung nach,  sollten die gefördert werden, die ein Ziel  vor Augen haben und auch wirklich gefördert werden wollen. Viele Schüler mit schlechten Noten versuchen auch gar nicht erst, sich zu bewerben. Natürlich dürfen nicht die Noten ausschlaggebend sein… Vielleicht sind sie das aber wirklich zu häufig.

Ließe sich das irgendwie verhindern?
Gute Vorstellungsgespräche sind wichtig… und ein gerechtes, effektives Auswahlverfahren.

Werdet ihr denn ungerecht behandelt? Gab es schon Fälle, bei denen Stipendiaten aus der Stiftung geschmissen wurden?
Nein, wenn wir Probleme haben, reden wir drüber und dann ist alles geklärt. Aus der Stiftung wurde bis jetzt noch niemand geschmissen, soweit ich weiß. Ein paar haben aber freiwillig die Stiftung verlassen… aus persönlichen Gründen.

Hast du denn überhaupt eine persönliche Kritik an die Roland Berger Stiftung?
Die Kommunikation und der Meinungsaustausch mit den Stipendiaten kommt mir manchmal zu kurz. Aber sonst bin ich echt zufrieden.

Vielen Dank für deine offenen Antworten!
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