Ferienakademie Hormersdorf 2011 – Projekt „Konferenz der Tiere“

Seit Juni 2011 nehmen die Stipendiaten des FairTalent-Programms das Projekt in Angriff, ein eigenes Theaterstück zu produzieren. Dabei wird unter professioneller Anleitung der Semperoper Dresden eine eigene Version von Erich Kästners Klassiker „Die Konferenz der Tiere“ als tierische Revue auf die Bühne gebracht. In der letzten FairTalent-Ferienakademie im Juli wurde die vorläufige Rollenverteilung festgelegt und erste Tänze und Lieder einstudiert. Doch bevor die praktische Arbeit begann, mussten die Regisseurin Therese Schmidt und ihr Team aus der Semperoper bei den angehenden Schauspielern erst Hand anlegen. Die anfänglichen Versuche gestalteten sich schwierig, doch man sieht die Fortschritte bei jedem Einzelnen von Tag zu Tag.

Das Skript und die musikalische Ausgestaltung werden von Autor Manfred Weiß und dem Komponisten und Dirigenten Johannes Wulff-Woesten geliefert. Das Grundgerüst wird  von den Profis erarbeitet.  Jetzt liegt es an den Stipendiaten, das Stück bis zum Juli 2012 bühnenreif zu machen.

Das Schwesterprogramm der Roland Berger Stiftung „Fit für Verantwortung“ ging bereits im Jahr 2010 mit gutem Beispiel voran. Mit dem Stück „ Der Zauberer von Oss“ begeisterten die Roland Berger Stipendiaten aus Bayern, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen die Zuschauer und im Frühjahr 2011 auch uns – ihre Mit-Stipendiaten. Das Ziel, die Bühne der Semperoper, ist gesetzt. Im nächsten Jahr werden noch  weitere Probenwochen sowie  Probenwochenenden in den Bundesländern folgen.

„Dort stinkt’s, dort schießt’s, da brennt’s – Zeit wird’s für unsere Konferenz“.

Seit gut einem Vierteljahr beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im Alter von sieben bis 20 Jahren mit dem Projekt, ihr eigenes Musical auf die Beine zu stellen. „Die Konferenz der Tiere“ soll es werden, nach Motiven von Erich Kästner. Mit professioneller Hilfe aus der Semperoper wird das Ganze nun realisiert; Rollen werden verteilt, Tänze und Lieder einstudiert, Kostüme und Bühnenbild vorbereitet.  Und da wird es nun auch Zeit für eine Konferenz der Stipendiaten. In unserer Probenwoche vom 17.10. bis zum 21.10. wird der bereits zum größten Teil bestehende Text zum ersten Mal konkret umgesetzt und in Szenenbilder umgewandelt.

Ganz so einfach, wie es sich anhört, war es aber nicht, etwa 150 Stipendiaten und deren Proben zu koordinieren. Eigenverantwortung spielte hierbei auch eine sehr große Rolle, da der Zeitplan straff angelegt war und Pünktlichkeit erwartet wurde. Das fiel vereinzelten Personen nicht ganz so leicht…

Doch zwischen den Proben gab es auch immer wieder Zeit zum Entspannen oder zum Lernen.

Damit es nicht langweilig wird, wurden verschiedenste Workshops angeboten.

Wer möchte denn nicht gerne einen selbstgeschliffenen Edelstein mit nach Hause nehmen, endlich mal hinter die Naturgesetze des Billard kommen, oder den Rhythmus der Buschtrommeln in den Fingern spüren?

Hinter dem ganzen Spaß steckt eine Menge Organisation. Die Regisseurin Therese Schmidt und ihr Team waren und sind immer noch ständig am Planen und Umändern. Und inzwischen sind eindeutig Fortschritte erkennbar. Wurden während der ersten Probenwoche vor allem Castings abgehalten und grob die Rollenverteilung festgelegt, so begannen inzwischen die konkreten Proben. Dazu gehören Dialogproben für die Solos, Tanzproben, und auch ganze Szenenproben, in denen schon richtig geschauspielert werden durfte.  Das Stück nimmt langsam Gestalt an und soll bis zum Juni 2012 dann auch bühnenreif sein. Schon in der bisherigen Probenzeit haben die Stipendiaten ganz neue Seiten an sich entdeckt. Und noch ist kein Ende in Aussicht.

Zu der ganzen Vorbereitung gehört auch eine gründliche Recherche. Und wo bekommt man die besten Infos zu Giraffe, Löwe und Co.? Natürlich im Zoo.

So fuhren am Dienstag 22 Stipendiaten nach Dresden, um dort den Zoo zu besuchen. Die Stipendiaten wurden durch den Zoo geführt und lernten dabei u.a. vieles über Affen, über ihre Lebensart und vor allem über ihre Haltung und Gangart. Elefanten, Löwen, Zebras, Giraffen, Schlangen und Schildkröten begeisterten die Stipendiaten ebenfalls. So erfuhren sie alles über die Tiere, die sie im Stück – „Die Konferenz der Tiere“ – spielen sollen. Nach diesem Besuch können sie sich nun viel besser in ihre Rolle hineinversetzen und sie bis zur Premiere bestimmt perfekt spielen. Am Mittwoch besuchte eine weitere Gruppe den Zoo. Dieses Hineinversetzen in ihre Rolle wurde auch beim Essen sehr gut erkennbar. Laut den Projektleitern sah es im Speisesaal zu Beginn der Woche nach dem Essen aus wie im „Dschungel“. Dies besserte sich glücklicherweise nach wiederholter Ansprache.

Für so manche war auch die einwöchige Süßigkeitenabstinenz eine gewaltige Herausforderung.  Umso begeisterter waren besonders die Jüngeren vom Bergfest am Mittwoch Abend. Dabei  traten einige „Supertalente“ zu Tage. Gesang, Tanz, Klaviervorträge und selbst die Fähigkeit, Witze zu erzählen, wurden dargeboten. Und für die unter Zuckermangel Leidenden waren die alkoholfreien Cocktails wohl der Höhepunkt.

Bei dem Ausflug nach Dresden wurde auch der Semperoper ein Besuch abgestattet. Man will ja schließlich wissen, auf welches Ziel man hinarbeitet.

Dort wurde den Stipendiaten der Weg von der ersten Berührung mit einem Musikstück auf der Probebühne bis hin zur Premiere des Stücks gezeigt. Weiterhin erfuhren die Stipendiaten den geschichtlichen Hintergrund der Semperoper. Die Stipendiaten waren sehr beeindruckt und freuen sich schon auf ihre Premiere.

Alles in allem war diese Probenwoche eine spannende Zeit für jeden Teilnehmer. Eine Zeit, die die Gemeinschaft zwischen den Stipendiaten weiter gestärkt hat. Für manche geht es nach dieser Woche direkt wieder in die Schule, andere haben das Glück einer weiteren Woche Ferien. So oder so, unsere Konferenz hat ihr Ziel erreicht, viel Arbeit liegt noch vor uns. Um es mit Erichs Worten zu sagen:

Und wieder ist eine Konferenz zu Ende.

Doch die nächste kommt ganz bestimmt,

Weil Konferenzen einfach wichtig sind.

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