„Ich bin dafür die Richtige!“ – ein Interview mit Laura Luther, der Giraffe Gaby

Probenwochenende der hessischen Stipendiaten.Es ist acht Uhr abends, die Proben sind vorbei und alle Stipendiaten entspannen sich auf ihren Zimmern – oder lernen noch für die Schule. Wir haben allerdings noch etwas vor: Gaby, die Giraffe, oder eher ihre menschliche Darstellerin, hat sich bereit erklärt, uns heute Abend noch ein Interview zu geben. Ein bisschen unsicher ist sie schon, aber dieses Interview wird wohl nur das erste von vielen im kommenden halben Jahr sein. Als eine der hessischen Hauptdarstellerinnen des Musicals „Die Konferenz der Tiere“ wird ebenso viel Aufmerksamkeit wie Arbeit auf sie zukommen.

Reporter: Laura, dir wurde im Stück „Die Konferenz der Tiere“ die Rolle der Giraffe Gaby zugeteilt. Hattest du denn zu Beginn des Projekts überhaupt Interesse an einer der Hauptrollen?

Laura: Am Anfang dachte ich mir, ja, auf jeden Fall, ich bin dafür die Richtige!
Aber dann habe ich mir auch überlegt, dass es in der zwölften Klasse ein bisschen anstrengend werden könnte, das Ganze nebenbei einzustudieren. Trotzdem wollte ich so eine Rolle und war mir sicher, dass ich es schon irgendwie auf die Reihe kriege. Und ja, dann habe ich das ja auch geschafft.

Reporter: Und jetzt, in der Zeit des größten Schulstresses, klappt es dort auch?

Laura: Ja, dadurch, dass wir ziemlich intensive Proben haben – so kommt es mir zumindest vor – lernt man den Text auch unglaublich schnell auswendig. Ich muss mir meinen Part nicht oft durchlesen, wir machen so viele Übungen, dass ich ihn schnell gelernt habe und der Rest kommt auch von ganz alleine.
Und ein Zeitproblem innerhalb der Proben gibt es eigentlich nicht, da die Probenwochenenden immer gut organisiert sind. Sie sind halt immer am Wochenende, meiner einzigen freie Zeit sozusagen…

Reporter: Manchmal wäre ein bisschen freie Zeit nur zum Relaxen also doch schön?

Laura: In dem Moment, in dem ich erfahren habe, dass ich Proben habe und vielleicht andere Pläne hatte, schon. Aber es ist schön, in Deutschland ein bisschen herumzukommen, andere Städte zu sehen und sobald ich dann angekommen bin und die anderen Stipendiaten auch wiedersehe, ist es wirklich eine schöne Zeit.

Reporter: Wie hast du dich denn gefühlt, als du erfahren hast, dass du diejenige bist, die diese Rolle spielen darf?

Laura: Hm, es war sehr krass für mich, da ich mir dachte, das ist so eine riesige Verantwortung und ich wusste nicht, wie ich damit umgehen soll am Anfang. Ich hatte auch ein bisschen Angst, muss ich sagen. Aber das hat sich dann gelegt und ich habe mich sehr gefreut.

Reporter: Dass ihr ein paar Profis dabei habt, erleichtert die Arbeit bestimmt.

Laura: Das macht Spaß und ich finde das auch total cool, weil man dann auch ein Feedback bekommt von Leuten, die sich auf jeden Fall damit auskennen. Man sammelt auch viele tolle Erfahrungen, die man später gut gebrauchen kann. Die sind super nett, es macht so viel Spaß mit ihnen zu arbeiten, weil sie sich so viel Mühe geben.

Reporter: Welche Erfahrungen zum Beispiel?

Laura: Es hat auf jeden Fall mein Selbstbewusstsein gestärkt. Man bekommt das Gefühl vermittelt, dass man das, was man tut, gut macht und man erkennt Stärken, die man vorher nicht so gesehen hat. Zum Beispiel Improvisation, mit Fehlern locker umzugehen und daraus zu lernen…

Reporter: Wie klappt denn die Arbeit mit den anderen Stipendiaten? Insbesondere den Jüngeren?

Laura: Ich denke, dass sie sich auch ziemlich über das Projekt freuen und sich auch gut mit ihren Rollen identifizieren können. Nur glaube ich, dass bei ihnen noch das Problem ist, dass sie manchmal ziemlich hippelig sind und dann nicht alles so umsetzen, wie die Profis es ihnen sagen.

Reporter: Das kommt bestimmt öfters vor. Du hast vorhin gemeint, du musst deinen Text nicht wirklich lernen. Hast du dich denn zu Hause in irgendeiner Art und Weise auf deine Rolle vorbereitet?

Laura: Ich habe mir die CD mit den Musikstücken angehört, und habe dann auch versucht, den Text der Lieder auswendig zu lernen. Es ist wirklich gut, wenn man das zu Hause nochmal machen kann. Aber ich habe eigentlich nicht die Zeit, mich eine halbe Stunde hinzusetzen und den Text auswendig zu lernen. Das bringt mir letztendlich auch gar nichts…

Reporter: Das klingt schon ziemlich routiniert. Und du hast bis jetzt noch nicht in einem Musical mitgespielt? Oder etwa doch?

Laura: Nicht in einem Musical, aber ich bin seit der sechsten Klasse in der Theater-AG und da habe ich schon bei zwei Stücken mitgespielt. Dann war ich noch im Staatstheater Kassel, dort habe ich eher getanzt und geschauspielert, aber nichts gesagt. Ich habe einfach auf der Bühne gestanden und etwas zum Ausdruck gebracht.

Reporter: Hast du denn das Gefühl, dich durch das Projekt weiterentwickelt zu haben, neue Dinge gelernt zu haben?

Laura: Neu wird dann wahrscheinlich der Auftritt sein, es ist ja immerhin die Semperoper und das wird alles sehr viel auf einmal. Für  mich persönlich ist eigentlich nur das Singen neu, aber was zum Schauspielern dazu gehört, kenne ich eigentlich alles schon.

Reporter: Aber es macht dir Spaß?

Laura: Ja, wenn ich wirklich singen könnte, würde es vielleicht noch mehr Spaß machen.

Reporter: So schlecht kann es ja nicht sein… Könnte die Schauspielerei denn auch für deine Zukunft eine größere Rolle spielen? Wenn auch „nur“ als Hobby?

Laura: Ich fände es schade, wenn ich es nicht machen würde, weil es mir einfach so viel Spaß macht und ich mich dabei so wiedererkenne. Ich fühle mich sehr wohl in meinen Rollen, egal welche… naja… manchmal ist es schon ein bisschen schwierig.
Aber beruflich ist es nicht einfach. Welchen Weg kann man da gehen? Man will ja auch ein bisschen Geld verdienen später und das ist als Schauspieler ziemlich schwierig, weil die Konkurrenz schon ziemlich groß ist.

Viel Spaß weiterhin bei den Proben! Vielen Dank für das Interview.

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